Schrot&Korn Titel 01/2014 

Die besten Bio-Läden Deutschlands

„Die Atmosphäre und die Doris ...“

Spannend bis zum Schluss blieb es bei der Wahl der besten Bio-Läden Deutschlands. Nun stehen die Gewinner fest. Kleine Einblicke, was hinter den Kulissen geschah. // Gabriele Augenstein



Bester BioladenEs sind die kleinen Schritte, die bei der Wahl „Die besten Bio-Läden“ 2014 belohnt werden. Die Schritte auf dem Weg in eine grünere Zukunft. Die Schritte, die Besitzer und Mitarbeiter von Bio-Läden Tag für Tag durch die Regalflure flitzen, um Bio erster Güte anzubieten. Und kleine Schritte sind es, mit denen die Gewinner die Bühne erklimmen, um ihre Pokale und den Applaus in Empfang zu nehmen. Seit elf Jahren votieren Schrot&Korn-Leser für ihre Lieblingsläden. Um sie anzuspornen und um zu sagen: Danke!

Ulrike Moser-Brormann organisiert im bio verlag federführend die Wahl der besten Bio-Läden. Es zeigte sich, Bio-Kunden sind außergewöhnlich dialogbereit: Bei der diesjährigen elften Wahl des Naturkostmagazins Schrot&Korn haben über 60 000 Leserinnen und Leser abgestimmt und so die besten Bio-Läden Deutschlands gewählt. Sie gaben „ihren Läden“ viel Anerkennung und einige Anregungen mit auf den Weg.

Gesamtsieger Hofläden

Öko-Romantik pur

Hofladen
Anke und Rolf Stoltenberg vom Hofladen Hohlegruft in Nehms (Schleswig-Holstein).

Hier wird noch Plattdeutsch gesprochen, man duzt sich. Manche Kunden nehmen sich für den Einkauf schon mal ein, zwei Stunden Zeit und lassen ihre Kinder auf dem Hof spielen. Der Laden im ehemaligen Pferdestall bietet viele eigene und regionale Produkte. Brot, Kuchen, Suppen und Fruchtaufstriche machen Anke und Rolf Stoltenberg selbst, die Eier stammen von 90 eigenen Hühnern. Der Schlachter für die Fleisch- und Wurstwaren aus hofeigenen Angler-Sattelschweinen, einer alten Nutztierrasse, wohnt in der Nachbarschaft. Käse, Obst und Gemüse stammen vorwiegend von Bioland-Höfen aus der Region in Schleswig-Holstein. „Die Kunden fühlen sich aufgehoben und für voll genommen“, beschreibt Anke Stoltenberg ihr Erfolgsrezept.

Gesamtsieger Bio-Läden

Etwas Besonderes bieten

Schalotte
Julia Tauber in der Schalotte in Potsdam serviert Espresso für einen symbolischen Euro.

„Man muss als kleiner Laden immer etwas haben, was die Konkurrenz nicht bietet“, so Inhaberin Julia Tauber, die sich auf 85 m² im Umfeld dreier Bio-Supermärkte behauptet. Etwas Besonderes sind bei ihr Fleisch von Wasserbüffeln und Galloway-Rindern des Demeterhofs von Sonja Moor, Frau von TV-Moderator Max Moor; japanische Grüntee-Spezialitäten, veganes Eis oder Ei-Care-Produkte aus dem regionalen Zweinutzungshuhn-Projekt. Bei gutem Wetter auch draußen kann man sich an Kaffeespezialitäten, hausgemachten Suppen, Salaten und Broten laben. „Klar, hell und freundlich, mit schönen maßgefertigten Regalen aus der Tischlerei“ hat Julia Tauber ihren Laden in dem schönen, denkmalgeschützten Haus aus dem Jahre 1783 eingerichtet.

Gesamtsieger Fachgeschäfte

Gemeinschaftlich verwurzelt

Naturecke
Stephanie und Wolfgang Henkel (beide außen) mit ihren Mitarbeiterinnen in der Naturecke in Haldenwang (Bayern).

Weinabende, Schoko-Seminare oder der schon traditionelle Weihnachtsmarkt setzen Highlights im Jahr. Das schätzen ebenso neue wie treue Stammkunden. Sonderwünsche werden gerne erfüllt, etwa der Kauf von Großgebinden. Man kann Shampoo oder Flüssig-Waschmittel in mitgebrachte Gefäße abfüllen. Das mit 100 m² eher kleine Fachgeschäft funktioniert als Mitgliederladen. Im Sinne einer Verbrauchergemeinschaft zahlen Mitglieder neben einer monatlichen Gebühr reduzierte Preise auf Produkte. Tief verwurzelt in der frühen Bio-Bewegung wurde der Laden 1988 in Haldenwang gemeinschaftlich gegründet, später auf einen Bauernhof verlegt und daraus die Verbrauchergemeinschaft Naturecke gegründet. 2006 zog der Laden in den Ort Haldenwang.

Gesamtsieger Bio-Supermärkte

Persönlich, stylish, italienisch

Mercato
Kirsten und Andrea Sita vom Bio Mercato in Kempten verkaufen Bio aus Überzeugung.

Es gibt italienischen Kaffee, eine rote Retro-Schneidemaschine für feinste italienische Schinken und eine zehn Meter lange Käse- und Frischetheke. Neben ganzen Parmaschinken findet man auch Wildschweinsalami und große Töpfe mit Oliven und Antipasti. Es gibt täglich wechselnde Menüs. Besondere Angebote werden auf Holzstämmen präsentiert. Die Einrichtung aus recyceltem Bauholz ist – im Stil italienischer Piazzas – durch die Glasfronten von außen sichtbar. Das zieht auch Nicht-Bio-Kunden und Feinschmecker an. „Wir sind ein Familienunternehmen, uns liegt der persönliche Kontakt zu unseren Kunden sehr am Herzen“, sagen Kirsten und Andrea Sita. Mit ihrem Team überzeugen sie durch Individualität auf großer Fläche.

„Die hohe Beteiligung an der Leserwahl zeigt uns, dass Bio heute in jeder Ladengröße erfolgreich sein kann“, sagt Ulrike Moser-Brormann. Insgesamt wurden 2315 Bio-Läden bewertet, auf die 60 416 gültige Stimmen abgegeben wurden. Urkunden gab es für Hofläden, kleine Bio-Läden (bis 99 m²), mittlere Bio-Fachgeschäfte (bis 399 m²) sowie Bio-Supermärkte (ab 400 m²). Somit hat jeder Laden in seiner Kategorie mit einem individuellen Profil eine Chance zu gewinnen. Die Welt der Bio-Läden jedenfalls – das zeigt die Wahl – ist bunter, vielfältiger und individueller geworden.

Viele individuelle Erfolgsrezepte

„Bio-Kunden haben heutzutage ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Deshalb gibt es auch nicht den einen erfolgreichen Bio-Laden, sondern sehr unterschiedliche Konzepte. Ein Kunde sucht nach einem anstrengenden Arbeitstag den schnellen One-Stop-Einkauf für alles, der andere eine eher familiäre Atmosphäre. Manche wünschen sich ein modernes oder rustikales Einkaufserlebnis, andere verbinden den Einkauf mit einer Reise in eine andere Welt. Die Erfolgsrezepte jedes einzelnen Gewinnerladens möchten wir vermitteln“, erklärt Ulrike Moser-Brormann.

Eine Besonderheit an der Leserwahl ist, dass die Teilnehmer ihren Bio-Laden durch Kommentare auf elegante Weise Lob wie auch Kritik zukommen lassen können. Jeder Laden erfährt beides selbstverständlich in anonymisierter Form. Die Betreiber wissen dann, wo sie schon richtig gut sind und wo sie sich noch weiter verbessern können. 86 Prozent aller Teilnehmer nutzten diese Chance. „Diese rege Dialogbereitschaft ist seit Jahren enorm hoch, daher nahezu typisch für die Bio-Kunden“, freut sich die Marketing-Fachfrau.

Kunden wünschen Info, regio und vegan

Es gab viel Lob für die Läden. „Persönlicher geht’s kaum. Man kommt immer mit guter Laune raus“, freut sich ein Kunde. Anderen gefällt „die wirklich freundliche Bedienung“ und „die gute Beratung auch zu neuen Produkten“. Es kommt an, „dass ich hier viele Waren vom eigenen Hof oder aus der Region kaufen kann“. Auch Anregungen für Verbesserungen gab es. So schlägt ein Kunde vor, „Kühltheken mit Türen einzurichten, um Energie zu reduzieren“. Manch einer wünscht sich „veganen Käse“, andere „einen größeren Tisch, um Kaffee zu trinken, Zeitung zu lesen und mal kurz auszuspannen“. Einer bedauert, dass „die Öffnungszeiten zu kurz für einen Vollzeitberufstätigen“ sind. Und eine Kundin lobt „die Atmosphäre, die Ruhe und die Doris (das ist die Ladenbesitzerin)“.

Spannend bis zuletzt

Hinter den Kulissen im bio verlag begann für die beteiligten Mitarbeiter der Countdown mit dem Versand der November-Schrot&Korn an die Bio-Läden. Sieben Wochen lang trafen täglich neue Einsendungen, online oder per Wahlkarte, im Verlag ein. Diese wurden erfasst, geprüft und ausgewertet.

Es blieb spannend bis zuletzt: Wer macht das Rennen? Welche Läden sind dieses Jahr dabei? Kurz vor Weihnachten, am 23. Dezember 2013, standen die vier Gold-Gesamtgewinner fest. Zwei Gold-Preise gehen in diesem Jahr nach Bayern, einer nach Schleswig-Holstein und einer nach Brandenburg. Außerdem erhalten in diesem Jahr 198 Bio-Läden eine Auszeichnung. Unsere herzlichsten Glückwünsche an alle Bio-Läden und ihre Mitarbeiter – den Menschen, die dafür sorgen, dass an vielen Orten Deutschlands Bio-Lebensmittel erhältlich sind. Mit ihrer Arbeit machen sie diese Welt ein bisschen grüner. Vielen Dank an alle Bio-Läden! Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, danken wir ebenfalls! Für Ihren Einkauf im Bio-Laden – und fürs Mitmachen bei der Leserwahl! Nicht verpassen: In der kommenden Ausgabe verraten wir Ihnen, ob Ihr Bio-Laden unter den Gewinnern ist und zeigen Ihnen Bilder der diesjährigen Festgala.

 

Diese Leser haben gewonnen

Die Irlandreise vom forum anders reisen und Gaeltacht Irland Reisen darf M. Kunkel aus Schneverdingen antreten. M. Korn aus Schwabach gewinnt die ökologische Kühl-Gefrierkombination von AEG.

Gutscheine für Lampen von Licht-Freude.de gehen an M. Metzger aus Pfatter, A. Haas aus Hamm, C. Ziesing aus Pfaffenhofen, M. Lorenzen aus Husum und S. Zorn aus Denkendorf.

8.-99. Preis: Knabberspaß von MAYKA
M. Erdmann, Hamburg; H. Steinhauser, Rödental; G. Breitschädel, Overath-Marialinden; R. Riemer, Neuenhagen; M. Koch, Eschborn; A. Knittel, Marktoberdorf; E. Müller, Siegburg; C. Kröger, Oerlinghausen; F. Scharmann, Karlsruhe; B. Graefe, Schwelm; I. Ehret, Ettlingen; M. Kohlmann, Simmelsdorf; S. Klug, Horneburg; D. Kusserow, Kronshagen; B. Berkenheide, Walsrode; C. Becker, Waldkirch; L. Raabe, Ruppichteroth; U. Mesam, Weilheim; H. Mihalich, Ulm-Emingen; G. Wendl, Feldkirchen; S. Schramm, Pöcking; A. Lindenberg-Freitag, Frankenberg; E. Grierson, Bonn; G. Dörr, Heusweiler; M. Radl-Manz, Bad Lippspringe; R. Goll, Wiehl; B. Degner-Beilke, Mankmoos; T. Huhnold, Dortmund; A. Korte, Korbach; E. Ulbrich, Sembach; A. Rull, Hannover; A. Rohrberg, Langwedel; G. Stahl, Rehe; M. Michels, Wuppertal; A. Goller, Deggendorf; C. Kronshage, Bielefeld; G. Reichelt, Darmstadt; U. Kromer, Kernen; R. Fiege, Viersen; S. Gutheil, Mainz-Ebersheim; C. Werdelmann, Kleve; A. Hartmann, Gittelde; K. Mahr, Bensheim; M. Potthoff, Düsseldorf; E. Markert, Lauenau; F. Schulz, Kiel; F. Landau, Darmstadt; I. Endebrock, Nürnberg; M. Leuchtenböhmer-Busch, Herten; B. Eichmann, Hövelhof; D. Wegmer, Möglingen; B. Schindler, Groß-Gerau; C. Braun, Duisburg; C. Reck, Hamburg; A. Woll, Kaufbeuren; K. Nysten, Aachen; B. Kobbe, Barum; B. Goldau, Köln; I. Baral, Zwingenberg; D. Schnabl, Konstanz; S. Beleit, Göttingen; K. Muthers, Trier; E. Kaufmann, Brachttal/Hellstein; B. Steinborn, Eckernförde; M. Follmann, Ehlenz; I. Fehn, Kassel; S. Jockel, Stephanskirchen; S. Leonhardt, Dreieich; S. Geiger, Traunreut; A. Babick, Nienburg; U. Evensen, Reinbeck; L. Berner, Wiernsheim; B. Kurz, Heidelberg; B. Heinrich, Braunfels; B. Braun, Hilgertshausen; S. Poot, Schauenstein; B. Schweigler, Efringen-Kirchen; R. Schubbe, Schwerin; C. Demonte, Krefeld; C. Ogiermann, Heidelberg; C. Pirner, Erlangen; C. Oslath, Bremen; N. Erke, Osnabrück; N. Hammes, Meerbusch; N. Lehmann, Essen; N. Pfaff, Bad Dürkheim; O. Christ, Freiburg; P. Hübner, Neu-Ulm; E. Kiunke, München; P. Brehm, Mering; P. Rahn, Großweil; S. Werner, Berlin

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